kerzerho (c) 2000 by Wolfgang Jaafar

 

Abgesang der Töne

Beiläufig: Genau

Bretagne

Gedankensplitter

Grosse Seele

Heimat

Heimkehr

Nachtwache

Nichts Von Alledem

Noiz

Schlafwandeln

Unter Dem Asphalt

Wellenreiten

Zwischen Den Gezeiten

ZWISCHEN DEN GEZEITEN

 

Dieses steinerne haus
In der Bretagne
Gab es nur in unserer phantasie.
Aber in dieses
Ja-Zu-A-haus
Bist du bereits eingezogen.

Meine finanzen
Gingen in musik auf
Die ich brauchte
Um darin ertrinkend
Zu überleben.

Und vierzehnmal viel
Ist besser
Als zwölf mal wenig.
Ich weiß.
Was wendet sich jetzt für dich
Neben umarmungen nicht alles
Zum guten.
Ein opfer mußte sein
Damit du aus deiner
Midlife-crises heraus
Zu neuen ufern kommen konntest.

In der dämmerung
Stehe ich an steinernen stränden
Und warte auf die flut.
Gesichter tauchen wie schatten auf
Als fiele ich endlos nach oben.

Aber wer hat schon
Zeit und mut genug
Um es mit gespenstern aufzunehmen
Die in form
Von telefonrechnungen kommen
Bloß weil ein anschluß noch immer nicht
Umgemeldet ist?
Wer glaubt mir schon
Daß ich dir das glück
Aller tage und nächte wünsche
Die da noch deiner
Erlösung bedürfen?
Und daß ich dir mut wünsche
Zu erkennen
Daß menschen wichtiger sind
Als das gesicht
Das du vor deinen freunden
Zu verlieren meinst
Wenn du dir einen fehler eingestehst
Und ihn auch korrigierst?

Dieses steinerne haus
Wartet auf neue bewohner.

Und ich bin bereit.

 

© 1984 by Wolfgang Jaafar